Tasmanien

Tassi – wie die Australier liebevoll Tasmanien nennen – ist eine Insel, die südöstlich von Australien liegt. Im Vergleich mit  Australien wirkt sie fast winzig, ist aber größer als Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammen und bietet somit also schon mal genug Raum, der entdeckt werden will. Tasmanien ist durch die Nähe zur Arktis nicht der wärmste Bundesstaat Australiens, aber wir sollten selbst im März Glück mit dem Wetter haben. Einmal Regen zählten wir in den 7 Tagen, die wir auf dieser Station unserer Reise hatten.  Zwischen 18 und 23 Grad lagen die milden Temperaturen, je nach dem wie viele Wolken sich am Himmel zeigten.

Mit einem der Silberpfeile von Jetstar erreichten wir am 7. März Launceston, die zweitgrößte Stadt Tasmaniens, die etwas nördlich/zentral auf der Insel liegt. Von dort aus begannen wir unsere Tour mit einem Campervan.

Am ersten Tag ging es von Launceston aus den Tamar River Richtung Mündung in den Norden. Durch das wundervolle „Tamar Valley“ mit seinen zahlreichen „Winerys“. Bei einer genehmigten wir uns eine Flasche des örtlichen Rieslings, der bis nach Melbourne unser Begleiter sein sollte.

St. Columba Falls

Das erste Highlight sollten die St. Columba Falls werden, einer der Tourispots auf Tasmanien. Dementsprechend „viele“ Leute waren dort, was jetzt aber nicht heißt, dass dort stündlich 5 Busse knipsender Japaner ankamen. Der Tourismus auf Tasmanien ist trotz seiner hohen wirtschaftlichen Bedeutung ein sehr sanfter, jedenfalls wenn man manch deutsche Verhältnisse gewohnt ist.

Der Wasserfall selbst war schon beeindruckend, aber jetzt nichts was größerer Bedeutung zugemessen werden sollte. Ich empfand den Spaziergang dorthin eher als besonders, war es doch das erste mal, dass ich mich in einem Regenwald befand. Ein anderen Wasserfall, nicht so hoch aber dafür sehr abgeschieden, entdeckten wir auf der Weiterfahrt. Mehr als eine Stunde verbrachten wir dort an wunderbaren Pool, allein im Regenwald – unvergesslich.

Ein absolutes Highlight Tasmaniens, wenn nicht sogar das Highlight dort überhaupt, sollte folgen: die Bay of Fires. Der erste Strand an der Ostküste, die wir die nächsten Tage weiter Richtung Süden befuhren.

Bay of Fires

Campen wie Gott in Australien oder so. 2-3 Meter Düne trennten uns von der Brandung an einem der feinen Sandstrände der Bay of Fires. Meerblick und Meeresrauschen inklusive, für kein Geld der Welt, ein kostenloser „Campsite“. Meist nur mit einer öffentlichen Toilette ausgestattet, oft auch als Plumsklo, aber immer in einem nutzbaren Zustand, gibt es über den ganzen Kontinent verteilt diese kostenlosen Möglichkeiten zum Übernachten.

In der Morgensonne bewies die Bay dann woher sie ihren Namen hat. Die Steine/Klippen an denen sich das Meer bricht,  weist eine beeindruckende rote Färbung auf. Es sollte auch nicht das letzte mal gewesen sein, dass wir dieses Phänomen beobachten. An weiteren Traumstränden Richtung Süden sah es ähnlich aus, aber nie ganz so intensiv wie an der Bay of Fires.

Das Motiv der wohl am meisten verkauften Postkarte Tasmaniens ließen wir spontan aber bewusst aus: die Wineglassbay wartet auf einen zweiten Besuch auf Tasmanien von uns. Stattdessen ging es zum „9 Mile Beach“ von dem es einen schönen Blick auf die Halbinsel Freycinet gibt, die in ganzer Ausdehnung den gleichnamigen National Park bildet.

Einige 100 Kilometer später sollte ein wenig Abenteuer folgen. Nach einer Rast am grandiosen „Spring Beach“ ging es über eine mind. 30 Kilometer lange Schotterpiste durch einen der Tasman National Forests in Richtung Port Arthur. Abenteuerlich deswegen, weil die meisten Campervans eigentlich nicht auf Schotterpisten fahren soll und man mögliche Reperaturkosten selbst tragen darf. Aber das musste uns mal egal sein.

Selten so eben: Schotterstraßen in Australien

An dieser Stelle ein Hinweis für mögliche Nacharmer: Lasst euch nicht von den ersten Kilometern täuschen! Zu Beginn einer jeder Schotterpiste denkt man sich „ach die ist doch super, da können wir ja mit 60-70 km/h fahren“ – Pustekuchen! Spätestens dann graben sich kleine Rillen in die „Straße“ die Fahrzeug und Fahrgäste bis ins letzte Teil durchrütteln. Da hilft eigentlich nur schnell drüber weg … trotzdem brauchten wir über eine Stunde für die 30 Kilometer. Aber ein toller Lookout entschädigte zwischendurch für das Durchrütteln.

Der südlichste Punkt unserer Reise und damit auch der südlichste Punkt den ich je auf der Erde erreicht habe, sollte das kleine Örtchen Port Arthur werden. Port Arthur bildete die größte Strafkolonie Australiens, besteht daher also fast ausschließlich aus den Ruinen des Gefängnisses.

Die Nacht verbrachten wir in einem Nationalpark ebenfalls auf der „Tasman Peninsula“ (Halbinsel). Durch die Nähe zu Hobart empfingen wir dort auch die ersten Mobilfunksignale seit dem wir das Tamar Valley verließen. Am „Eight Hours Day“ (so heißt auf Tasmanien der Labour Day, warum auch immer) ging es weiter in die Hauptstadt Hobart, die allerdings wie ausgestorben nicht besonders viel Charme versprühte.

Am Tag darauf ging es leider schon wieder zurück nach Launceston. Wir wählten den historischen Tasman Highway, der die beiden größten Städte durch das Landesinnere verbindet und einige Nebenstraßen um uns auch einen Eindruck dieser eher trockenen Region zu machen. Hier bewies Tasmanien ein letztes mal, warum ich es so schnell in mein Herz geschlossen habe: Vielfalt. Ich glaube kein australischer Bundesstaat hat auf so einer „kleinen“ Fläche eine derart große Vielfalt natürlicher Schönheiten zu bieten wie Tasmanien. Darum halte ich einen Besuch für die Pflicht eines jeden Australienreisenden.

Gerne hätten wir noch die raue, fast unbesiedelte Westküste mit ihren bis zu 1600 Meter hohen Erhebungen und ein wenig mehr vom Norden bereist, aber dafür wäre mindestens eine weitere Woche nötig gewesen. So ging es mit einem kurzen und um Stunden verspäteten Flug zurück aufs „Festland“ nach Melbourne. Aber dazu demnächst vielleicht mehr.

Frederick Henry Bay

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  1. Es sieht gut aus, sehr schön! Vielleicht zurückgehen fur die Westküste? 😉 Machen Sie öfter solche Reisen übrigens? Gruß, Erik (ein Holländisch, reiselustig Berlin-liebhaber).

    • Vielen Dank! Ich möchte auf jeden Fall nochmal nach Tasmanien zurückkehren und dann geht es auch an die Westküste!
      Das war meine erste Reise dieser Art, aber hoffentlich nicht die letzte. 🙂

      • OK! Haben Sie auch noch andere Orten, die Sie sich ansehen möchten? Habe letztens die Ausstellung „Magische Orte“ in Gasometer Oberhausen besucht; viele großartige Bilder von viele UNESCO-Welterbe. Möchte ich gern allen ansehen in real-life 😉

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