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„Ein Moment zum festhalten“ – Down South

Greens Pool with Elefant Rocks

Auch wenn es schon eine halbe Ewigkeit (gefühlt zumindest) her ist, der Vollständigkeit halber, jetzt also etwas zu der letzten Etappe.

Nach einem Tag in Perth machten wir uns auf den Weg „Down South“, also in den Süden Westaustraliens. Wieder mit einem Campervan, wie auf Tasmanien, fuhren wir pro Tag immer so an die 300 Kilometer von menschenleerem Traumstrand zu menschenleerem Traumstrand. Die ersten Tage ging es entlang des Indischen Ozeans, in dem man auch noch ganz wunderbar schwimmen konnte.

Erste Station war Mandurah, fast noch ein Vorort von Perth. Geprägt von einem großen Einkaufszentrum und den klassischen Suburbs. Am nächsten Tag ging es, vorbei am beeindruckenden Lake Clifton mit seinen Living Rocks, in Richtung Bunbury. Auf dem Weg lagen die ersten beiden menschenleeren Traumstände, Preston Beach und Myalup Beach.

Aber auch Bunbury hatte einen schönen Strand in Hafennähe zu bieten und ich weiß nicht, ob es einen schöneren Ort für ein gemeinsames Abendessen geben kann als dort. Wie kitschig.

Busselton Jetty

Weiter Richtung Süden, das längste Pier der südliches Hemisphäre und wahrscheinlich auch das teuerste. Irgendetwas um die 30 Dollar sollte man zahlen um die 1,8 Kilometer bis zum Ende und zurück laufen zu dürfen. Wir hatten dann doch besseres vor. Trotzdem beeindruckend, wie weit diese überdimensionierte Seebrücke in den Ozean ragt, das Ende konnte man kaum erahnen.

In Busselton begann dann die Caves Road der wir bis nach Augusta entlang des Indischen Ozean folgen sollten. Ein kurzer Abstecher zum Cape Naturaliste war zwar nicht so ergiebig, dafür aber die beiden Strände auf dem Weg dorthin. Zum einen die Bunker Bay, an der wir einer Hochzeit beiwohnten und zum anderen den Bilderbuchstrand Meelup Beach. Aber der schönste Strand an diesem Tag sollte noch folgen. Viel hatten wir vorher schon von ihm gehört. Joyce, die Gastmama von Marie in Perth, betonte immer wieder wie schön es dort doch sei und dass dies der absolut schönste Strand im Süden wäre. Entsprechend groß war natürlich die Erwartungshaltung, gerade nach den anderen tollen Stränden, die wir davor schon besuchten.

Injiadup Beach

Keine Enttäuschung. Der erste Blick über die Bucht war schon grandios. Aber auch ein Blick in die andere Richtung, zur Steilküste lohnte. Fast schon ein bisschen zu viel von „so stellte ich mir immer australisches Farmland vor“. Zum richtigen Strandzugang mussten wir nochmal ein Stück mit dem Auto fahren. Der Strand liegt sehr abgeschieden und in der Nähe gibt es auch nur eine kleine Ferienanlage.

Injiadup Beach Panorama

Wie so oft ist der Strandzugang eine Holztreppe, die sich durch die Düne herunter zum Strand bahnt. Wobei ich hier fast das Gefühl hatte, die Treppe sei nur dafür gebaut, um den Moment noch eindrucksvoller zu machen, als er eh schon ist. Der riesige Strand, den wir uns mit 3 anderen Leuten zu der Zeit teilten, gipfelt in einer Sanddüne, die hoch ist. Keine Ahnung wie hoch, aber wahrscheinlich sehr hoch für eine Sanddüne und so konnten wir nicht widerstehen und mussten „den Gipfel“ erklimmen.

ein unbeschreibliches Gefühl

Eines der Australienerlebnisse, die ich wohl nie vergessen werde. In der untergehenden Sonne, auf der Düne. Ein Moment zum festhalten.

Alles was an den Tagen danach kam, sollte erstmal im Schatten stehen. Aber die Weinberge um Margaret River herum und die Mündung in den Ozean, aber auch die Delfine in der Hamelin Bay waren etwas besonderes. Eine Nacht verbrachten wir am Black Wood River, der uns mit einem wundervollen Sonnenaufgang verwöhnte.

Cape Leeuwin Lighthouse

Am Cape Leeuwin verabschiedeten wir uns fürs erste vom Indischen Ozean. Es ging einige Hundert Kilometer durch menschenleere Wälder in Richtung Osten. In Pemberton, einer Zwischenstation, standen wir vor einem 62 Meter hohem Baum, den man bis in die Krone betreten konnte. Aber bis auf ein paar Alibifotos reichte unser Mut leider nicht, um ganz hoch zu klettern.

Der nächste größere Ort – Walpole – sollte Schauplatz einer einmaligen Begegnung werden.

Auf einem Caravanpark, bzw. auf dem Rückweg von einem, wurde ich gezwungen sofort unseren Campervan zu stoppen, denn da stand es: mein erstes Känguru. Lebendig und halbwegs wild. Fast 4 Wochen waren wir unterwegs und nirgendwo hatte ich vorher eins zu Gesicht bekommen und dann wollte es der Zufall so. Es sollte nicht das letzte gewesen sein.

Was aber erstmal folgte, war das zweite große Highlight der Tour durch Westaustralien, wenn nicht sogar das Highlight der kompletten Reise: Greens Pool und die Elefant Rocks. Völlig ahnungslos was uns erwarten würde, steuerten wir noch relativ früh am Tag den Nationalpark an und wieder empfang uns eine Holztreppe hinab zum Strand. Allein dieser Blick muss auf uns so nachhaltig gewirkt haben, dass wir es nicht vollbrachten, von dort ein Bild zu machen. Egal, es gibt genug andere.

Greens Pool

Elefant Rocks

Keine Frage, hier mussten wir bleiben, länger als an allen anderen Orten die wir sonst besuchten. Es sollte zugleich auch der letzte zauberhafte Ort dieser Reise werden. Der Ocean Beach bei Denmark ist zwar auch sehr schön, aber toppen konnte er es nicht und auch die Nacht am Cosy Corner Beach vermochte das nicht.

Was nochmal als sehr einprägsam auf der ganzen Reise folgen sollte, war der Weg nach Albany, das Ziel unserer Tour. Von dort traten wir über den Albany Highway mit seinen Road Trains die Rückfahrt nach Perth an.

Ein ganzes Feld voller wilder und sehr scheuer Kängurus, die dann nach einigen Minuten auch im nächsten Wald verschwanden.

So verabschiedete sich der Kontinent bei mir auf eine unvergessliche Art.

Es war die schönste Zeit meines bisherigen Lebens und dafür möchte ich allen Menschen danken, die dies ermöglicht haben, aber auch denen die mich unterstützt haben, die mir die Zweifel aus dem Kopf vertrieben haben.

Ich wünschte, jeder von euch könnte so etwas mal erleben und ich kann es jedem nur von Herzen empfehlen.

Bye Bye Australia!

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Melbourne – das Berlin am Meer

Eine Woche nach Sydney flogen wir nach Melbourne. Dort erfuhren wir die gesamte Zeit die Gastfreundschaft von Josefine – ein Berliner Orijinal wie wir. Darum an dieser Stelle noch kurz herzlichen Dank für die Zeit bei dir!

Aber reden wir nicht weiter um den lauwarmen Brei: Melbourne hui, Sydney pfui – das war schnell klar. So stelle ich mir eine Stadt vor: Leben. In der „eigentlichen“ Stadt, aber auch drumherum in den Suburbs. Diese verdienen auch wirklich ihren Namen, denn dort geht es wirklich noch „urban“ zu. Wir wohnten im Stadtteil Brunswick und dort gibt es zum Beispiel mit der Sydney Road noch eine richtige Geschäftsstraße wie man sie aus deutschen Städten kaum noch, bzw. wie man sie aus klassischen Suburbs überhaupt nicht kennt. 1-0 für Melbourne.

Straßenbahn. Dass ich ein Fan dieses Verkehrsmittels bin, sollte schon aufgefallen sein. Schon allein weil Melbourne das größte Netz der Welt beheimatet: 2-0 für Melbourne. Aber auch weil dieses Verkehrsmittel in der Stadt eine unglaubliche Urbanität schafft. In jeder größeren Straße ist sie im Minutentakt unterwegs, spuckt die Leute auf die Straßen und sammelt sie wieder ein. Für Touristen gibt es eine besondere Attraktion, die CityCircleTram. Eine mit historischen Wagen betriebene Linie, die die Innenstadt einmal umkreist und kostenlos ist. 3-0

Formel 1 - Federation Square

Den Federation Square gegenüber der Flinders Street Station hatten wir auch schnell ins Herz geschlossen. Sehr belebt, aber trotzdem ein Ort zum Abschalten, mitten in der Stadt mit einem tollen Blick auf die Skyline. 4-0. Dort schauten wir uns auch das Ende des Formel1-Rennens an. Auch wenn wir nicht live vor Ort waren, ein ganz besonderes Erlebnis: das Rennen mit dem Originalsound zu sehen, der sich über die gesamte Stadt verteilt. Ein paar Meter entfernt konnten wir uns auch von der australischen Konzertkultur überzeugen, die der deutschen mind. in nichts nachsteht: Das Bombay Bicycle Club Konzert bewies uns, dass die Jungs nicht nur in Berlin gut abgehen.

In der Nähe der Rennstrecke und entspannt mit der (ja was wohl?!) Straßenbahn zu erreichen, liegt St. Kilda mit seinen Palmen, Bars und Stränden. Nach 20 Minuten Fahrt aus dem Zentrum hatten wir das Gefühl, wir steigen im Urlaub wieder aus.

Klar, in Melbourne fehlt irgendwie die große Sehenswürdigkeit, die man schon aus Deutschland kennt. Da ist eigentlich nur der Albert Park ein Begriff, in dem der Große Preis von Australien ausgetragen wird. Aber im Gegensatz zu Sydney wartet keine große Brücke oder eine weltbekannte Oper. Ich glaube gerade das macht ein Stück weit auch den Charme von Melbourne aus, keine großen Erwartungen bei der Ankunft. Es ist mehr die Neugier herauszufinden, was hinter dem Melbourne steckt, von dem viele so schwärmen. So entdeckt jeder die Stadt auf seine Art.

Der Abschied fiel selbst nach der kurzen Woche schwer, obwohl es wie aus Eimern regnete. Doch wie ein Zeichen riss kurz vor dem Start der Himmel auf und so hatten wir einen wunderbaren Start.

In den 7 Tagen konnten wir die Stadt auch abseits der touristischen Pfade erleben und nicht nur deswegen fühlte ich mich dort sehr heimisch. Heimisch obwohl ich tausende Kilometer entfernt von meiner absoluten Nummer 1 – Berlin – war. Ein Gefühl, das ich bis jetzt noch in keiner anderen Stadt hatte. Trotzdem wird Melbourne nie an Berlin vorbeikommen, obwohl es am Meer liegt – Berlin am Meer.

Bye Bye Melbourne

Tasmanien

Tassi – wie die Australier liebevoll Tasmanien nennen – ist eine Insel, die südöstlich von Australien liegt. Im Vergleich mit  Australien wirkt sie fast winzig, ist aber größer als Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammen und bietet somit also schon mal genug Raum, der entdeckt werden will. Tasmanien ist durch die Nähe zur Arktis nicht der wärmste Bundesstaat Australiens, aber wir sollten selbst im März Glück mit dem Wetter haben. Einmal Regen zählten wir in den 7 Tagen, die wir auf dieser Station unserer Reise hatten.  Zwischen 18 und 23 Grad lagen die milden Temperaturen, je nach dem wie viele Wolken sich am Himmel zeigten.

Mit einem der Silberpfeile von Jetstar erreichten wir am 7. März Launceston, die zweitgrößte Stadt Tasmaniens, die etwas nördlich/zentral auf der Insel liegt. Von dort aus begannen wir unsere Tour mit einem Campervan.

Am ersten Tag ging es von Launceston aus den Tamar River Richtung Mündung in den Norden. Durch das wundervolle „Tamar Valley“ mit seinen zahlreichen „Winerys“. Bei einer genehmigten wir uns eine Flasche des örtlichen Rieslings, der bis nach Melbourne unser Begleiter sein sollte.

St. Columba Falls

Das erste Highlight sollten die St. Columba Falls werden, einer der Tourispots auf Tasmanien. Dementsprechend „viele“ Leute waren dort, was jetzt aber nicht heißt, dass dort stündlich 5 Busse knipsender Japaner ankamen. Der Tourismus auf Tasmanien ist trotz seiner hohen wirtschaftlichen Bedeutung ein sehr sanfter, jedenfalls wenn man manch deutsche Verhältnisse gewohnt ist.

Der Wasserfall selbst war schon beeindruckend, aber jetzt nichts was größerer Bedeutung zugemessen werden sollte. Ich empfand den Spaziergang dorthin eher als besonders, war es doch das erste mal, dass ich mich in einem Regenwald befand. Ein anderen Wasserfall, nicht so hoch aber dafür sehr abgeschieden, entdeckten wir auf der Weiterfahrt. Mehr als eine Stunde verbrachten wir dort an wunderbaren Pool, allein im Regenwald – unvergesslich.

Ein absolutes Highlight Tasmaniens, wenn nicht sogar das Highlight dort überhaupt, sollte folgen: die Bay of Fires. Der erste Strand an der Ostküste, die wir die nächsten Tage weiter Richtung Süden befuhren.

Bay of Fires

Campen wie Gott in Australien oder so. 2-3 Meter Düne trennten uns von der Brandung an einem der feinen Sandstrände der Bay of Fires. Meerblick und Meeresrauschen inklusive, für kein Geld der Welt, ein kostenloser „Campsite“. Meist nur mit einer öffentlichen Toilette ausgestattet, oft auch als Plumsklo, aber immer in einem nutzbaren Zustand, gibt es über den ganzen Kontinent verteilt diese kostenlosen Möglichkeiten zum Übernachten.

In der Morgensonne bewies die Bay dann woher sie ihren Namen hat. Die Steine/Klippen an denen sich das Meer bricht,  weist eine beeindruckende rote Färbung auf. Es sollte auch nicht das letzte mal gewesen sein, dass wir dieses Phänomen beobachten. An weiteren Traumstränden Richtung Süden sah es ähnlich aus, aber nie ganz so intensiv wie an der Bay of Fires.

Das Motiv der wohl am meisten verkauften Postkarte Tasmaniens ließen wir spontan aber bewusst aus: die Wineglassbay wartet auf einen zweiten Besuch auf Tasmanien von uns. Stattdessen ging es zum „9 Mile Beach“ von dem es einen schönen Blick auf die Halbinsel Freycinet gibt, die in ganzer Ausdehnung den gleichnamigen National Park bildet.

Einige 100 Kilometer später sollte ein wenig Abenteuer folgen. Nach einer Rast am grandiosen „Spring Beach“ ging es über eine mind. 30 Kilometer lange Schotterpiste durch einen der Tasman National Forests in Richtung Port Arthur. Abenteuerlich deswegen, weil die meisten Campervans eigentlich nicht auf Schotterpisten fahren soll und man mögliche Reperaturkosten selbst tragen darf. Aber das musste uns mal egal sein.

Selten so eben: Schotterstraßen in Australien

An dieser Stelle ein Hinweis für mögliche Nacharmer: Lasst euch nicht von den ersten Kilometern täuschen! Zu Beginn einer jeder Schotterpiste denkt man sich „ach die ist doch super, da können wir ja mit 60-70 km/h fahren“ – Pustekuchen! Spätestens dann graben sich kleine Rillen in die „Straße“ die Fahrzeug und Fahrgäste bis ins letzte Teil durchrütteln. Da hilft eigentlich nur schnell drüber weg … trotzdem brauchten wir über eine Stunde für die 30 Kilometer. Aber ein toller Lookout entschädigte zwischendurch für das Durchrütteln.

Der südlichste Punkt unserer Reise und damit auch der südlichste Punkt den ich je auf der Erde erreicht habe, sollte das kleine Örtchen Port Arthur werden. Port Arthur bildete die größte Strafkolonie Australiens, besteht daher also fast ausschließlich aus den Ruinen des Gefängnisses.

Die Nacht verbrachten wir in einem Nationalpark ebenfalls auf der „Tasman Peninsula“ (Halbinsel). Durch die Nähe zu Hobart empfingen wir dort auch die ersten Mobilfunksignale seit dem wir das Tamar Valley verließen. Am „Eight Hours Day“ (so heißt auf Tasmanien der Labour Day, warum auch immer) ging es weiter in die Hauptstadt Hobart, die allerdings wie ausgestorben nicht besonders viel Charme versprühte.

Am Tag darauf ging es leider schon wieder zurück nach Launceston. Wir wählten den historischen Tasman Highway, der die beiden größten Städte durch das Landesinnere verbindet und einige Nebenstraßen um uns auch einen Eindruck dieser eher trockenen Region zu machen. Hier bewies Tasmanien ein letztes mal, warum ich es so schnell in mein Herz geschlossen habe: Vielfalt. Ich glaube kein australischer Bundesstaat hat auf so einer „kleinen“ Fläche eine derart große Vielfalt natürlicher Schönheiten zu bieten wie Tasmanien. Darum halte ich einen Besuch für die Pflicht eines jeden Australienreisenden.

Gerne hätten wir noch die raue, fast unbesiedelte Westküste mit ihren bis zu 1600 Meter hohen Erhebungen und ein wenig mehr vom Norden bereist, aber dafür wäre mindestens eine weitere Woche nötig gewesen. So ging es mit einem kurzen und um Stunden verspäteten Flug zurück aufs „Festland“ nach Melbourne. Aber dazu demnächst vielleicht mehr.

Frederick Henry Bay

Sydney

1. März 2012, 20:30 Uhr Ortszeit: meine erster Schritt auf dem roten Kontinent. Welcome to Terminal 1 Kingsford Smith International Airport – Sydney. Die ersten beiden Tage regnet es fast ununterbrochen. Aber grau in grau war ich ja aus Berlin gewohnt.

Oper grau in grau hinter Gittern

Fazit nach 2 Tagen: so toll ist Sydney gar nicht… aber als sich die Sonne mal wieder zeigte, sollte sich dieser Eindruck ein wenig relativieren. Trotzdem sei erwähnt: Sydneys Attraktionen sind nicht ohne Grund Habour Bridge und Oper, denn wirklich mehr bedeutendes gibt es nicht. Hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Unbestritten, die Oper muss man bei einem Australienbesuch unbedingt mal live gesehen haben. Ein beeindruckendes Gebäude, das man kaum so fotografieren kann, wie es sich einem in Realität präsentiert. Auch die Habour Bridge ist beeindruckend, aber letztlich auch nicht mehr als eine große Brücke.

Ein Highlight war die ziemlich große Chinatown, die aber auch nicht mehr besonders authentisch wirkte. Die große Markthalle in der Innenstadt gab einen ersten Vorgeschmack auf die australische Marktkultur. Eine Kultur die ich mir durchaus wieder in Berlin wünschen würde…

Monorail, Tram, Market

Der Eindruck, dass Sydney nicht die tollste Stadt bleiben sollte, wurde 2 Wochen später bestätigt. Dazu mehr in einem folgenden Blogpost.

Weitere Bilder aus Sydney bei Flickr.

Der Rückflug

Abschiede sind scheiße – aber das ist das Prinzip von Abschied und Wiedersehen. So wollte ich selbstverständlich überall hin, aber nicht in das ausgebuchte Flugzeug nach Singapur. Es gab kein Zurück, das Gepäck eingecheckt, die 3 Boardkarten ausgedruckt, die Ausreiseformalien ausgefüllt. Eine Stunde hatten wir noch und eins weiß ich jetzt: ich möchte niemals am Flughafen arbeiten müssen, so viele traurige Menschen kann ich nicht ertragen.

Meine Fluggesellschaft des Vertrauens gab ihr bestes und spielte als ich mich gerade zu meinem Platz begab, eines meiner Lieblingslieder von Belle and Sebastian – „Boys are back in Town“. Famos.
Es konnte also nur gut werden und der Flug sollte bis auf einige Blitze um Jarkata herum, inkl. Turbulenzen, einer der angenehmeren werden.

Flug nach Singapur

In Singapur gab es dann freies Wifi und ich muss gestehen: der bisher beste Flughafen den ich gesehen hab. Überall Teppich, Palmen und sau bequeme Liegen für Umsteiger wie mich: perfekt.
Von dort ging dann mein ebenfalls voll ausgebuchter Prestigeflug QF1 nach London.
Der war so voll, dass schon in Perth keinen Gangplatz mehr bekam und auch 3 Stunden vor dem Start nicht mal mehr meinen Platz ändern konnte. Also musste ich die 13 Stunden zwischen Schlafmützen verbringen und diese dann regelmäßig hochscheuchen, damit ich rumlaufen konnte. Im Sitzen schlafen ist nämlich nix für mich und so lange zu sitzen ist ja auch extremst ungesund.

Besonders cool war auf diesem Flug der Kapitän, der kurz nach dem Start für London Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad voraussagte. Leider musste er sich vor der Landung korrigieren und die Realität mit 1 Grad durchgeben, aber dafür „fine“.
Dann erzählte er uns noch, dass er auf eine bestimmte Landebahn hoffe, damit wir nicht 20 Minuten auf dem Airport rumgurken müssen und als wir dann schließlich in der Parkposition waren, unterhielt er uns weiter. An dieser Stelle, sei noch kurz die Frage berechtigt, welcher Gendefekt dafür sorgt, direkt nach dem Stillstand aufzuspringen, sein Gepäck zu krallen um dann noch 20 Minuten im Gang zu stehen?
Das war nämlich mal wieder der Fall, da die Bodenbesatzung noch Kaffeepause machen war und erst 15 Minuten nach Ankunft die Brücken angedockt hatte. „Lustig“.

Letzte Landung in Tegel

Letzte Landung in Tegel

Der letzte Flug startete, wie von London üblich, mit einer halben Stunde Verspätung. Man bekommt ja das Gefühl, dort wollen immer mindestens 10 Flugzeuge gleichzeitig starten oder landen.
Der Anflug auf Berlin war dann sehr bewegend. Das erste und letzte mal drehte ich eine Runde über Berlin und flog den Flughafen Tegel von Pankow aus an. Ein toller Blick über die Stadt und ich kann mich nicht erinnern, dass ich so einen Landeanflug in einer anderen Stadt jemals erlebt hätte.

Boy is back in Town …

 

Die beste Zeit

Eins steht schon mal fest: wenn ich morgen gegen 15:30 Uhr Ortszeit mit meinem Flieger in Perth abhebe, endet die beste Zeit meines Lebens. Auch wenn ich kein Freund von Superlativen bin und ich vorher erlebtes durch diesen Ausdruck nicht schmählern will, diese 4,5 Wochen Australien waren wahnsinn.
Es gab keine großen Abenteuer, aber eine wundervolle Zeit mit so vielen Eindrücken wie ich es noch nie erlebt hab. Jeder Tag voller Erlebnisse die sonst wochenfüllend sind.
Auch wenn der Abschied von hier unglaublich schwer fällt, mit diesen Erinnerungen im Gepäck wird es schon irgendwie gehen.
Zurück in Deutschland werde ich einige meiner Eindrücke, Bilder und Erlebnisse hier preisgeben. Vorher stehen aber wieder 26 Stunden Reise.

Bis bald.

Reboot über Indien

Eine kleine Zusammenfassung von 30 Stunden.

Mittwoch, 7 Uhr, Flughafen Berlin Tegel, British Airways Flug nach London Heathrow startet fast auf die Minute pünktlich in den grauen Himmel über Berlin. Es fühl sich so schön an, weil es nicht selbstverständlich ist. Am Tag davor kündigte Verdi Streiks für die Berliner Flughäfen an und nannte dabei keinen Tag und keine Uhrzeit, sondern nur, dass spontan gestreikt werden solle, damit die Flughäfen sich nicht darauf einstellen könnten und damit ich als Fluggast den größtmöglichen Schaden hätte. So dachte ich mir den letzten Teil jedenfalls, als ich davon erfuhr.

A380 Flug QF32 in Parkposition in London Heathrow

Nach einer kleinen Extra Runde über London, mit Blick durch einige Wolkenlücken auf die Stadt an der Themse, landete ich. Entgegen meiner Befürchtungen war der Transfer zwischen den Terminals sehr einfach und ich hatte noch massig Zeit zu verplempern bis es zum eigentlichen Flug ging. Die Zeit nutzte ich um mich zumindest äußerlich schon mal mit dem Fluggerät vertraut zu machen.

Größenvergleich: Turbine A380 vs. LKW

Gegen 11 Uhr Londoner Zeit und mit etwas Verspätung ging es dann auf den 13 Stunden Trip nach Singapur – der bis dahin längste Flug meiner Lebens. Schon der Start war etwas ganz besonderes, dass ich wohl immer in Erinnerung behalten werde. Obwohl ich keinen Fensterplatz hatte und auch direkt an den riesigen Tragflächen saß, wodurch man eh überhaupt nix gesehen hätte, konnte ich den Start aus einer neuen Perspektive beobachten – mit der Skycam. Diese ist am Heck angebracht und kann über den gesamten Flug mit Hilfe des Entertainmentsystem aufgerufen werden, wenn man denn möchte.

Skycam - aufgenommen kurz vor dem Zwischenstop in Singapur. Links die aufgehende Sonne, am Boden die Straße von Malakka.

Der Flug verlief ohne große Turbulenzen, war also sehr angenehm. Das Essen war so lala – hatte Spinatravioli in Parmesanpampe mit 2-3 Cocktailtomaten. Zwischendurch gab es immer mal kleinere Leckereien wie Eis oder Schokolade.

Als ich beim 4. Film angekommen war – wir müssten irgendwo über Indien gewesen sein – erlosch auf einmal das Entertainmentsystem im gesamten Flugzeug. Alle Bildschirme schwarz, Nachtbeleuchtung aus, nur noch die Notausgänge waren beleuchtet. 5 Minuten später meldete sich der Chefsteward, dass gerade ein Reboot durchgeführt werde, der 15 bis 20 Minuten dauern könnte, da die Notbeleuchtung ausgefallen sei, dies sei allerdings kein Problem für den eigentlichen Flug. Und es sollte auch so sein, die verbliebenen Stunden lag das Flugzeug weiterhin wunderbar in der Luft.

Beinfreiheit: normal

Nach einem dreistündigen Tankstopp in Singapur ging es weiter nach Sydney.  Mit einer majestätik die ihres gleichen sucht, setzte sich die König der Luft in den asiatischen Himmel. Das Essen diesmal sollte etwas besser sein,  war aber wie immer zu wenig um davon satt zu werden. Ich hatte eine nette Unterhaltung mit einer Singerpurerin, die mich auf den 7 Stunden begleitete. Der Platz zwischen uns blieb, wie auf dem längeren Flug aus Sicherheitsgründen frei, danke Qantas!

Bis auf eine Stunde Schlaf konnte mich nicht von meiner riesigen Müdigkeit losreißen und so hieß es durchhalten. Der rote Kontinent erlaubte mir leider keinen Blick herunter, sondern war die komplette Zeit mit Wolken bedeckt. Die Landung im bereits nächtlichen Sydney löste dann natürlich nochmal eine Gefühlsexplosion aus. So kurz vor dem Ziel, nach all der Zeit der Anspannung und Aufregung.

Mit der Skycam beobachtete ich die Arbeit der Piloten und des Autopilots und als ob sie der Außenwelt sagen wollten, „seht her, wir kommen nach Hause“ schalteten sie die Festbeleuchtung ein und setzen uns sanft auf den regennassen Boden.

Wiedersehen, Internetstick kaufen, Taxi nehmen, über das Wetter reden, ankommen, Essen, umfallen, schlafen. Die nächsten Erinnerungen sind nur noch schemenhaft. Turbulenzen am Boden. Einreisekontrolle mit Problemen. Alles egal, alles geschafft.

Nur noch ausschlafen und bereit machen für ein rastloses Programm.