Posts Tagged ‘ Perth ’

„Ein Moment zum festhalten“ – Down South

Greens Pool with Elefant Rocks

Auch wenn es schon eine halbe Ewigkeit (gefühlt zumindest) her ist, der Vollständigkeit halber, jetzt also etwas zu der letzten Etappe.

Nach einem Tag in Perth machten wir uns auf den Weg „Down South“, also in den Süden Westaustraliens. Wieder mit einem Campervan, wie auf Tasmanien, fuhren wir pro Tag immer so an die 300 Kilometer von menschenleerem Traumstrand zu menschenleerem Traumstrand. Die ersten Tage ging es entlang des Indischen Ozeans, in dem man auch noch ganz wunderbar schwimmen konnte.

Erste Station war Mandurah, fast noch ein Vorort von Perth. Geprägt von einem großen Einkaufszentrum und den klassischen Suburbs. Am nächsten Tag ging es, vorbei am beeindruckenden Lake Clifton mit seinen Living Rocks, in Richtung Bunbury. Auf dem Weg lagen die ersten beiden menschenleeren Traumstände, Preston Beach und Myalup Beach.

Aber auch Bunbury hatte einen schönen Strand in Hafennähe zu bieten und ich weiß nicht, ob es einen schöneren Ort für ein gemeinsames Abendessen geben kann als dort. Wie kitschig.

Busselton Jetty

Weiter Richtung Süden, das längste Pier der südliches Hemisphäre und wahrscheinlich auch das teuerste. Irgendetwas um die 30 Dollar sollte man zahlen um die 1,8 Kilometer bis zum Ende und zurück laufen zu dürfen. Wir hatten dann doch besseres vor. Trotzdem beeindruckend, wie weit diese überdimensionierte Seebrücke in den Ozean ragt, das Ende konnte man kaum erahnen.

In Busselton begann dann die Caves Road der wir bis nach Augusta entlang des Indischen Ozean folgen sollten. Ein kurzer Abstecher zum Cape Naturaliste war zwar nicht so ergiebig, dafür aber die beiden Strände auf dem Weg dorthin. Zum einen die Bunker Bay, an der wir einer Hochzeit beiwohnten und zum anderen den Bilderbuchstrand Meelup Beach. Aber der schönste Strand an diesem Tag sollte noch folgen. Viel hatten wir vorher schon von ihm gehört. Joyce, die Gastmama von Marie in Perth, betonte immer wieder wie schön es dort doch sei und dass dies der absolut schönste Strand im Süden wäre. Entsprechend groß war natürlich die Erwartungshaltung, gerade nach den anderen tollen Stränden, die wir davor schon besuchten.

Injiadup Beach

Keine Enttäuschung. Der erste Blick über die Bucht war schon grandios. Aber auch ein Blick in die andere Richtung, zur Steilküste lohnte. Fast schon ein bisschen zu viel von „so stellte ich mir immer australisches Farmland vor“. Zum richtigen Strandzugang mussten wir nochmal ein Stück mit dem Auto fahren. Der Strand liegt sehr abgeschieden und in der Nähe gibt es auch nur eine kleine Ferienanlage.

Injiadup Beach Panorama

Wie so oft ist der Strandzugang eine Holztreppe, die sich durch die Düne herunter zum Strand bahnt. Wobei ich hier fast das Gefühl hatte, die Treppe sei nur dafür gebaut, um den Moment noch eindrucksvoller zu machen, als er eh schon ist. Der riesige Strand, den wir uns mit 3 anderen Leuten zu der Zeit teilten, gipfelt in einer Sanddüne, die hoch ist. Keine Ahnung wie hoch, aber wahrscheinlich sehr hoch für eine Sanddüne und so konnten wir nicht widerstehen und mussten „den Gipfel“ erklimmen.

ein unbeschreibliches Gefühl

Eines der Australienerlebnisse, die ich wohl nie vergessen werde. In der untergehenden Sonne, auf der Düne. Ein Moment zum festhalten.

Alles was an den Tagen danach kam, sollte erstmal im Schatten stehen. Aber die Weinberge um Margaret River herum und die Mündung in den Ozean, aber auch die Delfine in der Hamelin Bay waren etwas besonderes. Eine Nacht verbrachten wir am Black Wood River, der uns mit einem wundervollen Sonnenaufgang verwöhnte.

Cape Leeuwin Lighthouse

Am Cape Leeuwin verabschiedeten wir uns fürs erste vom Indischen Ozean. Es ging einige Hundert Kilometer durch menschenleere Wälder in Richtung Osten. In Pemberton, einer Zwischenstation, standen wir vor einem 62 Meter hohem Baum, den man bis in die Krone betreten konnte. Aber bis auf ein paar Alibifotos reichte unser Mut leider nicht, um ganz hoch zu klettern.

Der nächste größere Ort – Walpole – sollte Schauplatz einer einmaligen Begegnung werden.

Auf einem Caravanpark, bzw. auf dem Rückweg von einem, wurde ich gezwungen sofort unseren Campervan zu stoppen, denn da stand es: mein erstes Känguru. Lebendig und halbwegs wild. Fast 4 Wochen waren wir unterwegs und nirgendwo hatte ich vorher eins zu Gesicht bekommen und dann wollte es der Zufall so. Es sollte nicht das letzte gewesen sein.

Was aber erstmal folgte, war das zweite große Highlight der Tour durch Westaustralien, wenn nicht sogar das Highlight der kompletten Reise: Greens Pool und die Elefant Rocks. Völlig ahnungslos was uns erwarten würde, steuerten wir noch relativ früh am Tag den Nationalpark an und wieder empfang uns eine Holztreppe hinab zum Strand. Allein dieser Blick muss auf uns so nachhaltig gewirkt haben, dass wir es nicht vollbrachten, von dort ein Bild zu machen. Egal, es gibt genug andere.

Greens Pool

Elefant Rocks

Keine Frage, hier mussten wir bleiben, länger als an allen anderen Orten die wir sonst besuchten. Es sollte zugleich auch der letzte zauberhafte Ort dieser Reise werden. Der Ocean Beach bei Denmark ist zwar auch sehr schön, aber toppen konnte er es nicht und auch die Nacht am Cosy Corner Beach vermochte das nicht.

Was nochmal als sehr einprägsam auf der ganzen Reise folgen sollte, war der Weg nach Albany, das Ziel unserer Tour. Von dort traten wir über den Albany Highway mit seinen Road Trains die Rückfahrt nach Perth an.

Ein ganzes Feld voller wilder und sehr scheuer Kängurus, die dann nach einigen Minuten auch im nächsten Wald verschwanden.

So verabschiedete sich der Kontinent bei mir auf eine unvergessliche Art.

Es war die schönste Zeit meines bisherigen Lebens und dafür möchte ich allen Menschen danken, die dies ermöglicht haben, aber auch denen die mich unterstützt haben, die mir die Zweifel aus dem Kopf vertrieben haben.

Ich wünschte, jeder von euch könnte so etwas mal erleben und ich kann es jedem nur von Herzen empfehlen.

Bye Bye Australia!

Advertisements

Der Rückflug

Abschiede sind scheiße – aber das ist das Prinzip von Abschied und Wiedersehen. So wollte ich selbstverständlich überall hin, aber nicht in das ausgebuchte Flugzeug nach Singapur. Es gab kein Zurück, das Gepäck eingecheckt, die 3 Boardkarten ausgedruckt, die Ausreiseformalien ausgefüllt. Eine Stunde hatten wir noch und eins weiß ich jetzt: ich möchte niemals am Flughafen arbeiten müssen, so viele traurige Menschen kann ich nicht ertragen.

Meine Fluggesellschaft des Vertrauens gab ihr bestes und spielte als ich mich gerade zu meinem Platz begab, eines meiner Lieblingslieder von Belle and Sebastian – „Boys are back in Town“. Famos.
Es konnte also nur gut werden und der Flug sollte bis auf einige Blitze um Jarkata herum, inkl. Turbulenzen, einer der angenehmeren werden.

Flug nach Singapur

In Singapur gab es dann freies Wifi und ich muss gestehen: der bisher beste Flughafen den ich gesehen hab. Überall Teppich, Palmen und sau bequeme Liegen für Umsteiger wie mich: perfekt.
Von dort ging dann mein ebenfalls voll ausgebuchter Prestigeflug QF1 nach London.
Der war so voll, dass schon in Perth keinen Gangplatz mehr bekam und auch 3 Stunden vor dem Start nicht mal mehr meinen Platz ändern konnte. Also musste ich die 13 Stunden zwischen Schlafmützen verbringen und diese dann regelmäßig hochscheuchen, damit ich rumlaufen konnte. Im Sitzen schlafen ist nämlich nix für mich und so lange zu sitzen ist ja auch extremst ungesund.

Besonders cool war auf diesem Flug der Kapitän, der kurz nach dem Start für London Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad voraussagte. Leider musste er sich vor der Landung korrigieren und die Realität mit 1 Grad durchgeben, aber dafür „fine“.
Dann erzählte er uns noch, dass er auf eine bestimmte Landebahn hoffe, damit wir nicht 20 Minuten auf dem Airport rumgurken müssen und als wir dann schließlich in der Parkposition waren, unterhielt er uns weiter. An dieser Stelle, sei noch kurz die Frage berechtigt, welcher Gendefekt dafür sorgt, direkt nach dem Stillstand aufzuspringen, sein Gepäck zu krallen um dann noch 20 Minuten im Gang zu stehen?
Das war nämlich mal wieder der Fall, da die Bodenbesatzung noch Kaffeepause machen war und erst 15 Minuten nach Ankunft die Brücken angedockt hatte. „Lustig“.

Letzte Landung in Tegel

Letzte Landung in Tegel

Der letzte Flug startete, wie von London üblich, mit einer halben Stunde Verspätung. Man bekommt ja das Gefühl, dort wollen immer mindestens 10 Flugzeuge gleichzeitig starten oder landen.
Der Anflug auf Berlin war dann sehr bewegend. Das erste und letzte mal drehte ich eine Runde über Berlin und flog den Flughafen Tegel von Pankow aus an. Ein toller Blick über die Stadt und ich kann mich nicht erinnern, dass ich so einen Landeanflug in einer anderen Stadt jemals erlebt hätte.

Boy is back in Town …

 

Die beste Zeit

Eins steht schon mal fest: wenn ich morgen gegen 15:30 Uhr Ortszeit mit meinem Flieger in Perth abhebe, endet die beste Zeit meines Lebens. Auch wenn ich kein Freund von Superlativen bin und ich vorher erlebtes durch diesen Ausdruck nicht schmählern will, diese 4,5 Wochen Australien waren wahnsinn.
Es gab keine großen Abenteuer, aber eine wundervolle Zeit mit so vielen Eindrücken wie ich es noch nie erlebt hab. Jeder Tag voller Erlebnisse die sonst wochenfüllend sind.
Auch wenn der Abschied von hier unglaublich schwer fällt, mit diesen Erinnerungen im Gepäck wird es schon irgendwie gehen.
Zurück in Deutschland werde ich einige meiner Eindrücke, Bilder und Erlebnisse hier preisgeben. Vorher stehen aber wieder 26 Stunden Reise.

Bis bald.